Das Elend der Heldinnen auf dem Schwebebalken
Son Lewandowskis Debüt «Die Routinen» zeigt, was hinter den glänzenden Fassaden des Leistungsturnens geschieht – und welchen Preis junge Athletinnen für ihren Traum zahlen. Das Buch basiert auf einer wahren Geschichte, die weltweit Schlagzeilen machte, geht aber weit übers Dokumentarische hinaus. Erzählt wird die Geschichte von Amik, die sich den gnadenlosen Wettbewerbsprinzipien ihres Sports beugt: Ein Roman über strukturellen Missbrauch im Kunstturnen, über Erfolgshunger und die berauschende Wirkung einer perfekten Kür.
Lewandowski formuliert in Sätzen, die sich stilistisch wie Bewegungsmuster des Sports lesen. «Die Routinen» ist kein klassischer Sportroman, sondern ein erzählerischer Reigen, der Fragen stellt. «Lewandowskis Stoff ist so ungewöhnlich, die erzählerische Form so wagemutig, dass man sich trotzdem nur dem Staunen überlassen kann, über diese grosse literarische Kür», meint die «Süddeutsche Zeitung».