Alte Liebe, neue Geschichten und die Tücken der Erinnerung
Alice wartet auf Rio, auf seinen Anruf oder eine Erklärung, wo er ist. Lang ist es her, seit sie sich im Kunststudium kennengelernt haben. Inzwischen macht Rio kriminelle Geschäfte und dealt, Alice kellnert und klammert sich an alte Liebeslieder. Sieben Jahre später steht Alice vor Rios Tür, um mit ihm über damals zu reden. Sie will die eigene Geschichte verstehen und arbeitet inzwischen an einem Roman. Doch die Erinnerung ist unzuverlässig. Obwohl Alice in die Fiktion ausweicht, lauern alte Untiefen ihrer Beziehung.
Leicht und mit hintersinnigem Humor erzählt Sarah Elena Müller von einer heillosen Liebe und der Macht und Ohnmacht des Erzählens. Ihre Sprache sei ausserordentlich, meint Lukas Bärfuss, der begeistert war von Müllers Debüt «Bild ohne Mädchen», das 2023 auch für den Schweizer Buchpreis nominiert war.
Sarah Elena Müller. Unwucht. Roman. Limmat Verlag, 2026